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Mainz, Germany

Schürfgruben (Sondierbohrungen) in Mainz – Baugrunderkundung, die den Untergrund lesbar macht

Mainz wächst in Schichten, die man nicht sieht. Unter dem Asphalt der Neustadt, den Plätzen der Altstadt und den Hängen Richtung Ebersheim lagern Sedimente, die das Rheinhochwasser in Jahrtausenden sortiert hat. Wer in dieser Stadt baut, gründet selten auf Fels – sondern meist auf Wechsellagen aus Kies, Sand, Ton und gelegentlich auf den Relikten römischer Siedlungshorizonte. Genau hier setzt die Schürfgrube an. Sie ist der direkteste Weg, um zu verstehen, was unter der Baustelle liegt. Während Bohrverfahren wie die Sondierbohrung (SPT) punktuelle Tiefenprofile mit Eindringwiderständen liefern, ermöglicht die Schürfgrube eine flächige Beurteilung von Schichtgrenzen, Einlagerungen und Auffälligkeiten, die im engen Bohrloch unsichtbar bleiben. In Mainz mit seinen unruhigen Tiefenprofilen – mal Rhein-Main-Terrassen, mal tertiäre Tone des Mainzer Beckens – ist diese Kombination aus Aufschluss und Befund vor Ort oft das Zünglein an der Waage zwischen einer robusten Gründung und einem unkalkulierbaren Baugrundrisiko. Unser Team kommt mit dem Wissen um die lokale Geologie und dokumentiert jeden Aufschluss nach DIN EN 1997-2, sodass Sie belastbare Kennwerte für den Statiker erhalten.

Ein Meter aufgeschlossener Boden in Mainz erzählt mehr über die Tragfähigkeit als zehn Meter Bohrkerne, die den Schichtverband nicht zeigen.

Arbeitsumfang in Mainz

Die quartären Kiese und Sande der Rhein-Main-Terrassen dominieren weite Teile des Mainzer Stadtgebiets, doch unterhalb dieser gut tragfähigen Schichten stoßen wir regelmäßig auf die zähen, ausgelaugten Tone des Tertiärs – das sogenannte Rupelton-Niveau. In Hanglagen wie dem Lerchenberg oder Teilen von Gonsenheim kommen zudem Lösslehmdecken hinzu, die bei Wasserzutritt schnell an Konsistenz verlieren. Eine Schürfgrube bringt diese Übergänge ans Tageslicht. Unser Bagger legt die Grube bis zur erforderlichen Tiefe an, und unser Geotechniker steigt ein – ja, auch bei 3,5 Metern Tiefe in beengten Mainzer Hinterhofgrundstücken. Wir entnehmen gestörte und ungestörte Proben direkt aus den Schichtflächen, dokumentieren die Lagerungsdichte, den Feuchtezustand und eventuelle organische Einschlüsse. Ergänzend zur Direktansprache setzen wir bei Bedarf auf den Plattendruckversuch direkt in der Grubensohle, um Verformungsmoduln zu bestimmen, oder ziehen eine Korngrößenanalyse heran, wenn die Feinteiligkeit des Bodens genauer zu klassifizieren ist. Die Ergebnisse fließen in ein Baugrundgutachten, das genau auf die Mainzer Untergrundverhältnisse zugeschnitten ist.
Schürfgruben (Sondierbohrungen) in Mainz – Baugrunderkundung, die den Untergrund lesbar macht
Schürfgruben (Sondierbohrungen) in Mainz – Baugrunderkundung, die den Untergrund lesbar macht
ParameterTypischer Wert
Aufschlusstiefe (Standard)Bis 4,5 m unter GOK (bei beengten Verhältnissen ggf. weniger)
Grubenabmessung (Regelfall)Ca. 1,50 m x 2,50 m (Länge variiert mit Tiefe und Verbau)
DokumentationSchichtenverzeichnis nach DIN EN ISO 14688 mit Fotodokumentation jeder Sohle und Wand
ProbenahmeGestörte Proben (Eimer) und ungestörte Sonderproben (Ausstechzylinder) aus definierten Horizonten
ArbeitssicherheitNormverbau oder geböschte Wandung gemäß DIN 4124, Gaswarngerät bei Verdacht auf Deponie
ErkundungsintervallRaster von 20–40 m je nach Bauwerksgeometrie, mindestens 3 Gruben pro Bauvorhaben empfohlen

Lokale geotechnische Bedingungen in Mainz

Der häufigste Fehler in Mainzer Baugruben ist die Verwechslung von 'gewachsenem' Kies mit aufgefülltem Material. Gerade in der Innenstadt und entlang der Rheinallee liegen unter der Oberfläche oft meterdicke Auffüllungen aus den Nachkriegsjahrzehnten – Bauschutt, Schlacke, sogar römische Ziegelbruchstücke. Wer diesen Horizont für den natürlich anstehenden Rheinkies hält und darauf seine Gründungspolster bemisst, riskiert ungleiche Setzungen, die später durch die Fassade laufen. Die Schürfgrube zeigt solche anthropogenen Störungen mit einer Klarheit, die keine indirekte Sondierung erreicht. Ein weiteres unterschätztes Risiko sind die Schichtenwässer in den sandigen Zwischenlagen des Tertiärs, die bei Aushub freigelegt werden und ohne rechtzeitige Wasserhaltung die Grubensohle aufweichen. Mit einer fachgerechten Schürfgrube erkennen Sie diese Wasserzutritte früh und können Ihre Injektionen oder Dränagemaßnahmen gezielt planen, bevor der Baggerfahrer im Matsch steht.

Benötigen Sie eine geotechnische Bewertung?

Antwort innerhalb von 24h.

Anwendbare Normen: DIN EN 1997-2:2010-10 – Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN 4020:2010-12 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke – Ergänzende Regelungen zu DIN EN 1997-2, DIN EN ISO 14688-1:2020-11 – Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden, DIN 4124:2012-01 – Baugruben und Gräben – Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten

Unsere Leistungen

Unsere Schürfarbeiten in Mainz liefern mehr als nur einen Blick in den Untergrund. Wir stellen das Aufschlussverfahren in einen geotechnischen Gesamtzusammenhang, der von der Probenahme bis zur Gründungsempfehlung reicht.

Schürfgrube mit Baugrundansprache

Maschineller Aushub bis 4,5 m Tiefe, Reinigung der Wände und Sohle von Hand, detaillierte geotechnische Aufnahme aller Horizonte mit Fingerprobe, Taschenpenetrometer und Farbskala. Sie erhalten ein bebildertes Schichtenverzeichnis mit Bodengruppen nach DIN 18196.

Probenahme und Laborbegleitung

Entnahme gestörter Leitproben für Siebanalysen und ungestörter Zylinderproben für Rahmenscher- oder Triaxialversuche. Wir koordinieren die Probenübergabe an unser akkreditiertes Labor und interpretieren die Ergebnisse im Hinblick auf die Mainzer Baugrundsituation.

Gründungsberatung auf Basis der Aufschlüsse

Aus den Befunden der Schürfgruben leiten wir Empfehlungen für Fundamente und Bodenplatten ab. Bei schwierigen Untergrundverhältnissen – etwa auf den tertiären Tonen – skizzieren wir Maßnahmen wie Bodenaustausch oder Schottersäulen zur Baugrundverbesserung.

Gängige Fragen

Was kostet eine Schürfgrube in Mainz?

Für eine einzelne Schürfgrube mit maschinellem Aushub, geotechnischer Aufnahme und Dokumentation liegt der Preis in Mainz je nach Tiefe und Zugänglichkeit zwischen €490 und €720. Bei mehreren Gruben auf einem Baufeld oder in Kombination mit ergänzenden Sondierungen ergeben sich wirtschaftlichere Einheitspreise. Gerne erstellen wir Ihnen ein Angebot, das auf Ihr Bauvorhaben und die spezifischen Mainzer Untergrundverhältnisse abgestimmt ist.

Bis zu welcher Tiefe kann eine Schürfgrube in Mainz ausgeführt werden?

Im Regelfall erreichen wir mit unserem Mobilbagger Tiefen zwischen 3,0 und 4,5 Metern unter Geländeoberkante. Die tatsächliche Endtiefe hängt von der Standsicherheit der Grubenwände, dem Platz für eine geböschte oder verbaute Ausführung und der Lage des Grundwasserspiegels ab. In Mainz steht das Grundwasser in Rheinnähe oft schon bei 2 bis 4 Metern an, sodass wir die Sohle rechtzeitig vor Erreichen des Wasserspiegels abschließen und dokumentieren.

Warum reicht eine reine Sondierbohrung nicht aus?

Sondierbohrungen liefern ein eindimensionales Tiefenprofil mit wertvollen Kennwerten zur Lagerungsdichte und Konsistenz. Was sie nicht zeigen, sind seitliche Wechsel der Schichtmächtigkeit, Einlagerungen von Fremdmaterial oder der tatsächliche Verzahnungsgrad zwischen einer Kies- und einer Tonlinse. In Mainz mit seinen oft linsenförmigen Sedimentkörpern der Rhein-Main-Terrassen sehen wir in der Schürfgrube genau diese räumlichen Zusammenhänge, die für die Abschätzung von Setzungsmulden entscheidend sind.

Abdeckung in Mainz